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„unerhört, ich zahle für PS“: vw verlangt jetzt gebühr für motorleistung - frustrierte fahrer fühlen sich ausgebremst

Felix Brandt Von Felix Brandt
4 Min. Lesezeit
„unerhört, ich zahle für PS“: vw verlangt jetzt gebühr für motorleistung - frustrierte fahrer fühlen sich ausgebremst
Illustration von einem Volkswagen ID.3 Pro mit aktivierter Leistungssteigerung per Software-Update.
KURZ GESAGT
  • 🚗 Volkswagen bietet ab 2025 für den ID.3 Pro ein Leistungs-Upgrade per Software-Update an.
  • 💡 Das neue Bezahlmodell ermöglicht Abonnements oder einmalige Zahlungen für zusätzliche Fahrzeugleistung.
  • 🔧 Die Hardware ist bereits im Fahrzeug verbaut und wird per Klick freigeschaltet.
  • 📈 „Functions on Demand“ wird ein zunehmend wichtiger Trend in der Automobilindustrie.

Der Volkswagen-Konzern geht mit seinem neuen Angebot für den ID.3 Pro einen innovativen Weg im Automobilsektor. Ab dem Modelljahr 2025 können Kund:innen eine Leistungssteigerung ihres Fahrzeugs nachträglich freischalten lassen. Diese Option ist Teil eines neuen Bezahlmodells, das an moderne Software-Ansätze erinnert und sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt. Während die einen die Flexibilität begrüßen, kritisieren andere, dass für bereits vorhandene Technik erneut gezahlt werden muss. Solche Angebote könnten die Zukunft der Automobilindustrie prägen und werfen wichtige Fragen zur Nutzung und zum Besitz von Fahrzeugen auf.

Hardware an bord, freischaltung per klick

Volkswagen nutzt eine bereits in der Softwareindustrie weit verbreitete Strategie: Die Hardware für die Leistungssteigerung ist bereits im Fahrzeug verbaut und kann per Software-Update aktiviert werden. Dies bedeutet für die Kund:innen weniger Aufwand, da Werkstattbesuche überflüssig werden. Ein Software-Befehl reicht aus, um die im Fahrzeug vorhandene Leistung zu steigern.

Der ID.3 Pro erreicht durch das Upgrade eine Leistung von 170 Kilowatt (231 PS), während er serienmäßig mit 150 Kilowatt (204 PS) angeboten wird. Wichtig ist, dass diese Leistungssteigerung keine negativen Auswirkungen auf die Reichweite oder den Energieverbrauch hat. Die Fahrzeuge sind bereits mit der maximalen Leistung homologiert, was eine Meldung an die Versicherung überflüssig macht. Dies ist ein Vorteil gegenüber anderen Modellen, bei denen häufig zusätzliche Schritte notwendig sind.

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Functions on demand: ein strategischer wandel

Volkswagen ist nicht allein mit diesem Konzept. „Functions on Demand“ (FoD) ist ein Trend, der sich in der gesamten Automobilindustrie abzeichnet. Ziel ist es, kontinuierliche Einnahmen aus einem Fahrzeug zu generieren, indem einmal verbaute Hardware für unterschiedliche Dienste und Upgrades genutzt wird. Diese Strategie könnte eine neue Einnahmequelle für Hersteller darstellen.

Anderen Herstellern wie Mercedes-Benz und Tesla folgen diesem Ansatz ebenfalls. Während Mercedes für einige EQ-Modelle Leistungssteigerungen im Abo anbietet, ist Tesla bekannt für sein Abo-Modell für die Fahrassistenzsoftware „Full Self-Driving“. Allerdings birgt dieses Modell auch Risiken. So musste BMW einen ähnlichen Versuch, Sitzheizungen gegen Gebühr freizuschalten, aufgrund von Kundenprotesten wieder einstellen.

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Zwischen flexibilität und gefühltem kontrollverlust

Das neue Modell von Volkswagen bietet den Kund:innen eine bisher nicht gekannte Flexibilität. Zusätzliche Leistungen können je nach Bedarf, beispielsweise für eine Urlaubsfahrt, gebucht werden. Auch für Zweitbesitzer:innen ist diese Möglichkeit interessant, da sie die Funktionen unabhängig von den Entscheidungen des Erstbesitzers aktivieren können.

Dennoch gibt es auch kritische Stimmen. Einige fühlen sich durch das Modell in ihrem Eigentum eingeschränkt. Sie argumentieren, dass sie für etwas, das sie bereits besitzen, erneut zahlen müssen. Diese Kritik wurde besonders laut, als BMW versuchte, Sitzheizungen gegen Gebühr freizuschalten. Die aktuelle Umsetzung von VW, die auf optionale Leistungssteigerungen abzielt, könnte jedoch auf mehr Akzeptanz stoßen.

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Kostenmodell und marktstrategie

Das Kostenmodell von Volkswagen ist flexibel gestaltet. Die Kund:innen können zwischen einem Monatsabo zu 18,90 EUR, einem Jahresabo zu 189 EUR oder einem einmaligen Kauf für 629 EUR wählen. Diese Flexibilität lässt sich auch auf andere Fahrzeugkomponenten übertragen, was den Hersteller unabhängiger von einmaligen Fahrzeugverkäufen macht.

Diese Strategie könnte die Art und Weise, wie Fahrzeuge verkauft und genutzt werden, grundlegend verändern. Der Ansatz könnte auch in anderen Bereichen Schule machen und zeigt, dass der Trend zu digitalen Diensten und Upgrades weiter an Bedeutung gewinnt. Die Frage bleibt jedoch, ob die Kund:innen bereit sind, diesen Weg langfristig mitzugehen.

Volkswagens neues Modell für den ID.3 Pro eröffnet neue Möglichkeiten und Herausforderungen im Automobilsektor. Während die Flexibilität und der einfache Zugang zu Upgrades viele Vorteile bieten, stellt sich die Frage, ob die Kund:innen bereit sind, für bereits vorhandene Funktionen erneut zu zahlen. Diese Entwicklung wird die Diskussion über Eigentum und Nutzung von Fahrzeugen weiter anregen. Wie wird sich die Akzeptanz dieser Modelle in der breiten Masse der Autokund:innen entwickeln?

Dieser Artikel basiert auf verifizierten Quellen und wird durch redaktionelle Technologien unterstützt.
Felix Brandt

Gerät, Software, Nutzung

Felix Brandt

Felix Brandt hat Informatik studiert und einige Jahre als Entwickler in einem Münchner Start-up gearbeitet. Bei Smartphone-Web schreibt er über künstliche Intelligenz, Sprachmodelle und neue Funktionen auf Smartphones und Computern. Er testet jedes KI-Werkzeug mit denselben zehn Fragen.